Geriatrische Reha: Hüft-TEP Entlassbericht

Diagnosen: Mediale Schenkelhalsfraktur rechts (Pauwels 3, Garden 3) im Rahmen des Stolpersturzes

  • Implantation eine zenmentierten Duokopfprothese rechts am 23.04.2013

Postoperative Blutungsanämie (Hb 10,9 g/dl)

Insulinpflichtiger Diabetes mellitus Typ 2, ED ca. 2000
– aktuell: mit rezidivierenden hyperglycämischen Entgleisungen
HbA1c: 8,9 %
diabetische Nephropathie
diabetische Retinopathie

Arterielle Hypertonie WHO Grad III
Urin- und Stuhlinkontinenz
Mittelgrasig kognitive Funktionseinschränkung (MMSE 20)

Epikrise:
Die Aufnahme der Patientin erfolgte aus der Kurzzeitpflege aufgrund o.g. Diagnosen zur geriatrischen Reha-Maßnahme. Wir erstellten für die Patientin ein individuell dosiertes Therapieprogramm.
Bei Aufnahme war die OP-Narbe reizlos und klinisch ohne Hinweis auf eine Entzündung.
Aufgrund bewegungsabhängigen Schmerzangaben haben wir der Patientin Metamizol verordnet, worunter sie rasch beschwerdefrei und am Rollatom unter Vollbelastung mobilisierbar war.
In der durchgeführten Röntgenkontrolle zeigte sich ein regelrechter Sitz der Hüft-TEP ohne Lockerungszeichen oder Frakturnachweis.

Bei der Patientin liegt ein insulinpflichtiger DM vor. Aufgrund rezidivierender hyperglycämischer Entgleisungen haben wir das kurzwirksame Insulin vor den Mahlzeiten erhöht. Die BZ-Werte lagen in akzeptablen Bereichen (nüchtern: mittags, abends, 22 Uhr) und es traten keine vor allem nächtliche Hypoglycämien auf. Ambulant sollten die regelmäßigen BZ-Messungen fortgesetzt werden und ggf. eine Therapieanpassung erfolgen.
Wir empfehlen bei hüftgelenksnaher Fraktur eine Colecalciferolsubstitution durchzuführen (z.B. 1000 IE/d und in den Wintermonaten bis 2000 IE/d), sowie auf calciumreiche Ernährung und regelmäßige Bewegung zu achten.

Trotz der kognitiven Einschränkung war die Patientin gut motivierbar und führbar und die geriatrischen Therapieanwendungen zum Muskelaufbau, Gleichgewichts-/ Koordinations- und Gehtraining, sowie Ergotherapie wurden erfolgreich umgesetzt.
Das Gangbild war zunehmend sicherer und flüssiger bei verbesserter Koordination.
Bei der Abschlußuntersuchung verneinte die Patientin Schmerzen. Klinisch zeigten sich reizlose Wundverhältnisse. Das Bewegungsausmaß des rechten Hüftgelenkes umfaßte Flex/Ext 90-0-0, Abd/Add 20-0-0.
Bezüglich der ADL benötigt die Patientin Hilfestellung beim An- und Auskleiden, beim Waschen sowie den Toilettengängen, zeitweise besteht Harn- und Stuhlinkontinenz. Außerdem wird die BZ-Messung und die Insulinapplikation übernommen.
Bei Entlassung erfolgt der Lagewechsel selbstständig, wobei der Sitz frei und stabil ist. Beim Aufstehen benötigt sie Abstützung, der Transfer erfolgt selbstständig. Sie hat einen kurzen freien Stand (stützt sich am Rollatom ab). Der Gang erfolgt mit Rollatom ca. 100 m selbstständig. Die Treppe (10 Stufen) steigt die Patientin aufwärts im Nachstellschritt, abwärts im Nachstellschritt, dabei hält sie sich mit einer Hand am Geländer fest und benötigt keine Hilfe.
Die Kondition, Mobilität, sowie Gangsicherheit haben sich leicht verbessert.

Therapieempfehlungen:
zum Kraftaufbau und Verminderung der Sturzgefahr wird die Fortführung einer ambulanten Physiotherapie empfohlen
weiterhin empfehlen wir die Verordnung einer ambulanten Ergotherapie, in deren Vordergrund die alltagsrelevante kognitive Förderung stehen sollte
weitere klinische und radiologische Verlaufskontrollen wie vom Operateur empfohlen
nach Erhebung des zahnärztlichen Status je nach Befund ggf. osteoporosespezifische Therapie mit Bisphophonat
Kontrolle der pathologischen Laborparameter

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