Die „einfache“ Lungenfunktionsuntersuchung

Durchführung einer Lungenfunktionsprüfung

  • Beschwerden: Atemnot und/ oder Husten und/ oder Auswurf
  • Verdacht auf Erkrankungen der Bronchien, der Lunge, des Herzens, des knöchernen Thorax, der Wirbelsäule und der Skelettmuskulatur
  • Verdacht auf Erkrankungen der Atempumpe (Atemzentrum, zugehörige Nerven und Muskeln)
  • Therapie und Verlaufskontrolle bei bronchopulmonalen Erkrankungen
  • Präoperative Abschätzung des pulmonalen Operationsrisikos(besser Spiroergometrie)
  • Arbeitsmedizinische Überwachung
  • Screening bei Tabakkonsum

 

Bedingungen, bei denen suboptimale Messungen zu erwarten sind:

  • Patienten mit Brustschmerzen oder Bauchschmerzen
  • Patienten mit orofazialen Schmerzen, die durch ein Mundstück verstärkt werden
  • Patienten mit Stressinkontinenz
  • Patienten mit Demenz
  • Kontraindikation: weniger als einem Monat nach einem Herzinfarkt

 

In die Messung einfließenden Parameter(unbedingt bei Anmeldung eintragen)

  • Alter
  • Geschlecht
  • Körpergröße
  • Gewicht
  • Umgebungsbedingungen(luftdruck, Luftfeuchtigkeit, Temperatur)
  • Sonstige Einflussgrößen(apparative/Patienten bezogen)

 

Lungenfunktion

  • einfach, geringer Aufwand

-> Peak flow -> Spirometrie -> Fluß-Volumen-Kurve

  • hoher Aufwand, spezielle Fragestellungen

-> Bodyplethysmographie -> Diffusionskapazität -> Compliance

 

Spirometrie

  • wieviel kann ein- und ausgeatmet werden?
  • Wie viel kann wie schnell ausgeatmet werden?
  • Liegt irgendeine diagnostisch relevante Ventilationsstörung vor?
  • Wenn ja, handelt es sich um eine obstruktive oder restriktive Ventilationsstörung?
  • Ist eine nachgewiesene Atemwegsobstruktion vollständig oder teilweise  reversibel?
  • Wie verhalten sich die Lungenfunktionwerte unter Therapie ?

 

Daten der Spirometrie

Die Vitalkapazität ist das maximal mobilisiertere Lungenvolumen. Es gibt unterschiedliche Methoden die Vitalkapazität zu messen. Die gebräuchlichsten sind:

  • Inspiratorische Vitalkapazität (IVC)

-> das maximale Volumen, das nach einer kompletten Ausatmung langsam eingeatmet werden kann -> Messgröße ist Liter

  • Forcierte Vitalkapazität (FVC)

-> das maximale Volumen, das nach einer kompletten Inspiration während einer maximal forcierten Exspiration ausgeatmet werden kann -> Messgröße ist Liter -> beide Parameter können mit einem Spirometer ermittelt werden

 

Eine Verminderung der Vitalkapazität (VC) kann sowohl bei restriktiven, als auch bei obstruktiven Ventilationsstörungen auftreten. 

 

Beurteilung:

Verminderung beruht auf:

  • verminderter Dehnbarkeit des Lungenparenchyms
  • Stenosen im Bronchialsystem
  • Extrapulmonale Veränderungen wie

 

  • Lähmungen der Atemmuskulatur
  • Thoraxdeformität
  • Deformität der Brustwirbelsäule
  • Verletzung des knöchernen Thorax
  • Zwerchfellhochstand
  • Pleuraerkrankungen
  • Phrenikusparese
  • pulmonale Stauung bei Herzerkrankungen

 

Verminderung der VC bei:

Restriktiver Lungenerkrankung: VC vermindert, TLC vermindert,, (FRC(ITGV) vermindert)

Trapped air (Luftstau): VC vermindert, RV erhöht, + Obstruktion

Emphysem: VC vermindert, RV erhöht, +/- Obstruktion, TLC erhöht

 

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