Medikamentöse Prophylaxe einer jodinduzierten Hyperthyreose

Medikamentöse Prophylaxe:

Die Gabe von Perchlorat (Irenat®) sollte möglichst 4 Stunden vor der Kontrastmittel-Gabe erfolgen. Falls dieses 4-Stunden-Intervall im Notfall nicht eingehalten werden kann, sollte die Gabe von Perchlorat (Irenat®) so früh wie möglich vor der Kontrastmittel-Gabe erfolgen.

 


  • Latente Hyperthyreose: (TSH erniedrigt, fT3 und fT4 im Normbereich)
    vor Kontrastmittel-Gabe: 60 Tropfen Perchlorat p.o
    nach Kontrastmittel-Gabe: 3 x 20 Tropfen Perchlorat p.o. für insgesamt 14 Tage

  • Manifeste Hyperthyreose: (TSH erniedrigt, fT3 und fT4 erhöht)

vor Kontrastmittel-Gabe: 60 Tropfen Perchlorat p.o.

          nach Kontrastmittel-Gabe:  3 x 20 Tropfen Perchlorat p.o. für insgesamt 14 Tage
3 – (5) x 10 mg Carbimazol p.o. (Dauer und Dosisanpassung
nach Rücksprache mit Endokrinologie)

Bei allen Patienten ist vor der Gabe von jodhaltigem Kontrastmittel (Computertomographie, Angiographie, Koronarangiographie, usw.) die Bestimmung von TSH und – im Falle, dass TSH erniedrigt ist – auch von fT3 und fT4 obligat.

Generell sollte beim Vorliegen einer latenten, sowie manifesten Hyperthyreose die Indikation zur Gabe von jodhaltigem Kontrastmittel sehr zurückhaltend gestellt werden. Bei einer manifesten Hyperthyreose ist die Gabe von jodhaltigem Kontrastmittel nur bei „vitaler Indikation“ gerechtfertigt.

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